Ansprache von Hendrik Barth zur Vernissage der Ausstellung
«Das eine mit dem anderen wird flüssig» von Torsten Derk Römer und Elena Karakitsou
am 12. Juli 2026 im Max Frisch Kunstbad, Zürich
Ich begrüsse Sie ganz herzlich und möchte Ihnen in den nächsten 20 Minuten eine kleine Einführung in diese Ausstellung geben.
Wir sehen hier an der langen Wand vier grosse Bilder und dazwischen Gruppen von kleineren Arbeiten auf Papier, klar sichtbar etwas ziemlich anderes. Werke von Torsten Derk Römer und von Elena Karakitsou. Auf der linken Frontseite sehen wir die Cyanotypie-Serie „Land in die See“ von beiden gemeinsam in Kooperation entstanden und gegenüber die Werkserie mit kleineren Ölbildern von Torsten Derk Römer „Athens Space Medusa“. Da mischen sich collageartig Medusen, also Quallen, mit der Stadtansicht von Athen und dem Hafen Piräus. Alle ausgestellten Werke sind von 2024 bis 2026 entstanden.
Sehen wir uns erst einmal das technische Konzept an, mit dem hier gearbeitet wurde:
Bei Torsten Derk Römer wird das Bildsujet aufgelöst zugunsten eines Rasters, das aus endlos vielen Punkten besteht. Da ist man natürlich schnell an die Pixel der grafischen Darstellung im digitalen Bereich erinnert.
Kommen wir ein bisschen genauer zu den Abläufen des Sehens:
Das in der Realität unserer alltäglichen Wahrnehmung flächig geschlossene Bild wird zerteilt in eine nahezu endlose, aber doch zählbare Anzahl von Einzelteilen. Beim quadratisch gepixelten Bild gibt es da zwischen den Pixeln keine Zwischenräume. Das ist bei Punkten bzw. Kreisen, so wie wir es hier sehen, anders. Da gibt es diese Zwischenräume zwangsläufig. Und dadurch sind wir beim Sehen dieser dichter an der Realität, so wie wir sie im Alltag sehen in der uns umgebenden Alltagswelt. So ist es auch in der Mikrowelt, ohne dass wir sie sehen:
Die Welt ist voller Zwischenräume. Und wenn diese zu wirken beginnen, so beginnt so etwas wie Transzendenz. Es entsteht Platz für etwas Ungreifbares, auch für Schwebezustände, für Entmaterialisierung. Wir erleben diese Zwischenräume unbewusst und ganz selbstverständlich in der dreidimensionalen Realität, wo zwischen den eher festen Dingen die Zwischenräume für das Flüssige existieren, dort wo sich all das viel beweglichere (und ungreifbare) Wässrige befindet – und es gibt den sogenannten Luftraum, wo die Materie so dünn wird, dass wir sie gar nicht mehr sehen können und wo wir uns ständig hindurchbewegen, als wäre da nichts. Und doch ist da etwas. Und wir brauchen es sogar ständig und in grossen Mengen. Wir nehmen dieses Nichts in uns auf, wir atmen, saugen lebenswichtige Bestandteile daraus in uns auf und geben den Rest wieder heraus. Dieses Atmen des Feinstofflichen lassen auch die Bilder von Torsten Derk Römer zu, ja sie fordern es sogar heraus. Denn wir können gar nicht anders: Indem wir auf die Bilder sehen, beginnen wir mit den Augen zu atmen. Wir saugen uns mit den Augen in die Bildwelt und spüren das leichte Vibrieren, diese Aktivität des Beweglichen, das Flimmern. Auch wenn die Punkte ganz dicht beieinander sind, wenn sie sich übereinander lagern, passiert das.
Das hängt, so behaupte ich, damit zusammen, dass unser Sehen, geboren und entwickelt im dreidimensionalen Raum, auch das Sehen einer zweidimensionalen Fläche unbewusst dreidimensional interpretiert. So werden die Farbpunkte, die ja eigentlich kleine Farbflächen sind, zu Flächen mit einem davor und einem dahinter: Einmal der Raum zwischen uns und dem Bild und im Bild dann die vorderen Punktflächen zuerst und dann Schicht für Schicht die dahinter. Das Dahinter wird als Raum interpretiert, ganz unabhängig von der Perspektive oder Überschneidungen im Motiv.
Und da die Flächen sowieso von unserem Gehirn tendenziell nicht als reine Flächen akzeptiert werden, sondern nur als Teil von einem Raum, deshalb werden die gemalten Punkte und ähnliche Flächen als Objekte im Raum interpretiert. Und im Raum ist überall auch Zwischenraum. So spüren wir überall in diesen Bildern so eine Art transzendenten Raum. Manche spüren da etwas Göttliches, andere einfach Zwischenräume, in denen Platz ist. Platz auch für uns, für unser Hineingleiten in die Bilder, um uns selbst darin zu befinden. Das mag für manchen an den Haaren herbeigezogen sein. Ist es vielleicht auch ein bisschen. Aber Sie können es ja einfach mal als eine Möglichkeit im Raum stehen lassen und versuchen, sich selbst beim Beobachten der Bilder zu beobachten.
Dass wir uns als Betrachter in ein Bild hineinversetzen, das ist natürlich eine alte Geschichte und das passiert bei allen möglichen Bildern und in verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen auf verschiedene Weise. Es ist ein kleiner Trick, der hier angewendet wird: Die Auflösung des Gegenstandes in Einzelteile und so die Schaffung von Zwischenräumen. Schon im Barock wurde das praktiziert. Sehen Sie sich die lockeren Pinselstriche eines Rubens oder Jakob Jordaens an – sehr luftig. Das Luftige, verbunden mit dem Lichthaften, wurde dann durch die Impressionisten auf die Spitze getrieben. Und deshalb mögen viele sie so sehr. Es ist Platz für uns, für unsere Interpretation zwischen den kleinen flirrenden Pinselstrichen.
Dann kamen die Neoimpressionisten. Nun wurde es wissenschaftlicher und der individuelle Pinselstrich wurde durch den weniger individuellen Punkt- bzw. die daraus entstehende Kreisfläche ersetzt. Und die Farbauswahl reduziert. Die Vorläufer des Offsetdruckes wurden geschaffen. Und der Übergang zur Pixelmalerei war nicht mehr weit.
Wir in der Schweiz kennen das vor allem durch einen Teil der Malerei von Franz Gertsch, ich denke besonders an die Wald-Bilder in den vier Jahreszeiten. Und hier haben wir nun eine Variante von Torsten Derk Römer. Eine, die für mich persönlich aber viel interessanter ist.
Warum? Hier wird nicht pseudosakral die Welt abgebildet, sondern sie wird durch Motivkombinationen innerhalb der Bilder interpretiert. Hier und da werden Bildelemente collageartig zusammengeführt. Hinzu kommt der Eindruck, dass Photoshop-Filter die Collagesituationen verändert und so in gewisser Weise zu einer gemeinsamen Sprache vereinheitlicht haben. Doch das ist ein Thema für sich, zu dem diese Bilder auch anregen können: Wie weit ist die Bildwelt, die wir erleben, durch die technischen Prozesse, durch welche sie produziert werden, beeinflusst? Bildwelten und reale Welt verschwimmen ja oft miteinander und je mehr Stunden wir auf Bildschirme schauen sowieso.
Hier in der Ausstellung sind wir immerhin nicht in der Displaywelt. Aber trotzdem, so erlebe ich jedenfalls die Bilder, von dieser beeinflusst.
Aber kommen wir von den Formfragen zum Inhaltlichen:
Rechts an der Wand sind Stadtszenen von Athen und Unterwassermomente aus dem Mittelmeer, die bei einigen Bildern miteinander kombiniert sind. Es ist ja einiges der griechischen Kultur im Mittelmeer versunken, vielleicht auch bald einmal Teile der jetzigen -nicht nur griechischen- Welt. Aber mehr noch fasziniert mich das Leichte, Schwebende der Quallen, die etwas Schwereloses in die Bilder bringen. Die runden Formen der Quallen passen gut dazu und als Gegenpol wirken die kantigen Elemente aus der Zivilisation. In den Sechsecken von zwei Arbeiten aus dieser Serie sind dieses Runde und Eckige kombiniert zur sechseckigen Gesamtform des Bildes geworden.
Nun zu den vier grossen Bildern auf der langen Wand. Da wir gerade beim Schwebenden waren: Für den Luftraum sind es die Vögel, die dort die Schwerelosigkeit inszenieren. Wir finden sie bei der Landschaft ganz links. Das Meer ist auch hier nicht weit: holländische Nordseeküste. Während wir hier die Situation mit Sommer assoziieren, finden wir den Winter beim Müggelsee im Südosten von Berlin. Auch hier Wasser. Während dort Waagerechte und das Fliegen dominieren, sind wir hier in der Erstarrung: Das Wasser zu vier Baumgestalten gefroren, die reglos nebeneinander stehen, dahinter der gefrorene Müggelsee. Die Gestalten haben irgendwie etwas Menschliches.
Ansonsten ist der Mensch nahezu abwesend in diesen vier Landschaften. Präsent bleibt er als Produzent der Bilder mit Fotoapparat und digitaler Bearbeitung und deren Umsetzung.
Jedoch wird es auf dem vierten Bild etwas unheimlich:
Das sind nicht die Eisschollen von Caspar David Friedrich, die den Menschen in Bedrängnis bringen, sondern da hat der Mensch selbst zerstört und tritt an die Stelle der Naturgewalten – so zumindest interpretiere ich die Situation, denn ich sehe da auch noch einen Menschen im Bild. – Sie können das vielleicht auch ganz anders sehen. Wie es der Künstler interpretiert, das können Sie ihn nachher fragen. Heute ist er ja da.
Die Themen seiner Malerei sind beeinflusst durch lange Aufenthalte in Nordholland, wo Meer und Küste aufeinandertreffen, wo sich das Feste und das Flüssige begegnen und vermischen. Dieses Thema prägt grosse Teile dieser Ausstellung und es hat über die Jahrhunderte immer wieder Maler:innen in ihren Bann gezogen. Nicht zuletzt dadurch ist eine Künstlerkolonie im kleinen Ort Bergen aan Zee entstanden, von wo auch die fotografischen Grundlagen dieser Bilder stammen.
Andere Künstler haben die Begeisterung von Torsten Derk Römer für die malerische Umsetzung dieser Szenerien beeinflusst, so Jacob van Ruisdaal, Jan Vermeer und andere. Zu ihren Zeiten stand jedoch der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens: Das Meer war ein Anlass Schiffe und die Beherrschung des Meeres darzustellen. Bei Caspar David Friedrich brachten die Naturgewalten den Menschen manchmal schon in Bedrängnis und bei William Turner, den Torsten Derk Römer auch sehr schätzt, traten das Drama und das Licht in den Mittelpunkt. Und bei dem Russen Aiwasowski war dann das Wasser selbst das Thema.
Was ist das Thema dieser Bilder hier? Es ist unser digital beeinflusstes Bild der Landschaften – immer noch Landschaft, aber neu gesehen, geprägt durch unsere digitale Welt, mit der wir unser Sehen füttern und trainieren. Ich hatte es vorhin schon angedeutet.
Torsten Derk Römer hat 26 Jahre lang zusammen mit seiner damaligen Partnerin Nina Römer als Duo Römer+Römer gearbeitet und international ausgestellt. Das ist eine lange Ausstellungs- und Erfolgsgeschichte, die ich persönlich nicht kenne, aber die Biennale-Teilnahme in Venedig 2015 und Museums-Einzelausstellungen in China und Korea sowie in einer New Yorker Galerie sprechen für sich. Daneben gab es einige interessante Artist-Residenzen, als letzte vor 3 Jahren in Basel bei der Bartels Fondation. Die Arbeiten von Römer+Römer werden von der Galerie Urs Reichlin in Zug vertreten.
Nach dieser Zeit, in der es nur gemeinsame Bilder gab, entstehen nun Solo-Arbeiten. Wir sehen sie nun hier in dieser ersten Solo-Show – eine Premiere! Die Malweise ist nicht völlig neu. Wer sucht, kann die Beziehungen zu früheren Bildwelten mit Sicherheit finden. Aber wir sind hier nicht als Kunsthistoriker:innen, sondern als Menschen, die Kunsterlebnisse suchen.
Ebenfalls anwesend ist Elena Karakitsou. Geboren in Athen (da haben wir also Athen noch einmal; ob das ein Zufall ist?), hat sie Geologie studiert und als Geologin gearbeitet, dann das Medium Fotografie entdeckt und studiert. Nun ist sie hier mit sehr speziellen Fotografien vertreten. Seit 13 Jahren lebt sie in Berlin, inzwischen sind die beiden Kunstschaffenden ein Paar und stellen dadurch auch gemeinsam hier aus. Auch das ist eine Premiere und es ist ein sehr schönes Geschenk, das uns da zuteil wird. Der Ausstellungstitel „Das eine mit dem anderen wird flüssig“ umreisst auf sehr poetische Weise, was hier stattfindet und benennt es doch nicht genau.
Von Elena Karakitsou sehen wir eine besondere Form der Fotografie, die Cyanotypie. Sie ist zum Forschungsfeld von ihr geworden. Es ist eine Fotografie ohne Fotoapparat. Eisensalze reagieren hier mit dem Licht und lassen die preussisch-blaue Farbe auf dem Papier entstehen. Diese Farbe ist eine Berliner Erfindung, deshalb auch Preussisch-Blau. Und das vielleicht berühmteste Bild mit diesem Blau ist die «Grosse Welle vor Kanagawa» von dem japanischen Künstler Hokusai. Und schon sind wir wieder beim Wasser.
Grundlage von Cyanotypien ist eine Mischung aus zwei wässrigen Lösungen mit verschiedenen Eisensalzen, die auf dem Papier aufgetragen wird. Diese Salze sind lichtempfindlich und so wird das Papier im Sonnenlicht blau. Ausser dort, wo das Licht nicht hinkommt. Und hier beginnt die Kunst: Das Licht so zu dirigieren, dass es an einigen Stellen nicht zum Papier kommt. Die Schatten der Dinge, die das verhindern, werden zum Bild. Aber obwohl es Schatten sind, suggerieren sie uns, sie seien Licht. Denn sie sind weiss. So entstehen diese blauen Fotografien durch daraufgelegte oder dazwischen befindliche dreidimensionale Objekte. Aber ohne Kamera – im Gegensatz zu den Bildern von Torsten Derk Römer. Er braucht die Kamera.
Bei den Cyanotypien an der linken Schmalseite aber hat er auf seine Kamera verzichtet und ist zusammen mit Elena Karakitsou in ihre Arbeitsweise eingetaucht. So ist diese Werkgruppe in Kooperation zwischen ihnen entstanden. Vielleicht verbinden sich da zwei Arbeitsweisen und zwei Seelen auch miteinander in diesen Prozessen und den Resultaten. – Wie das passiert, wie das Zusammenwirken abläuft, das lassen Sie sich am besten von den beiden selbst erzählen. Schön finde ich einfach den Gedanken, dass in diesen Blättern zwei Menschen, zwei Gefühlswelten zusammenkommen und beide darin schwingen.
Sie benutzen für diese Werkserie Blasentang und andere Pflanzenteile, die sie am Strand der holländischen Nordsee gefunden haben. Und einmal tauchen Quallen auf und schaffen eine Brücke zu den Bildern auf der gegenüberliegenden Seite der Ausstellung. Auch Pflanzen und Quallen sind natürlich mit Hilfe von Wasser entstanden. So wie auch wir. Wasser ist das alles Verbindende. Hier in der Ausstellung -im Letzibad- ist es wieder einmal ganz offensichtlich. „Das eine mit dem anderen wird flüssig“.
Grundlage für das Gelingen dieser Bilder ist der feinfühlige Umgang mit dem Material, das die beiden benutzen, wie sie es auswählen, arrangieren und teilweise im Belichtungsprozess bewegen.
Durch den leichten Grünton im Blau sinken wir in eine Wasserstimmung hinein. Formen, die wir in diesem Blau finden, so der Blasentang, sind einmal in diesem Blau gewachsen. Es sind alles organische Formen. Und sie werden von einem Licht umflirrt, das ähnlich wirkt, wie durch eine leicht unruhige Wasseroberfläche gebrochenes Licht – Licht unter Wasser. Auch wir Menschen bestehen zu mehr als 50% aus Wasser. Und das Licht dringt auch in uns ein, zumindest ein wenig.
Und ein bisschen haben die Cyanotypien auch etwas von Momentaufnahmen von Infrarotkameras, die Nächtliches, das wir nicht sehen können, einfangen – ein Blick in die Dunkelheit, zu dem wir mit unseren alltäglichen Augen nicht fähig sind.
Manche Formen, die dabei entstehen, zum Beispiel das schwebende Oval, sind ikonografisch aufgeladen: der Heiligenschein – ein Lichtschein übrigens. Oder sie erinnern uns an unsere tiefliegenden Naturerfahrungen von Oben und Unten. Oder es sind Reihungen, die in die Unendlichkeit der ewigen Wiederholungen führen könnten.
Wichtig ist aber nicht, dass man weiss, warum es funktioniert, sondern dass es funktioniert. Dass da etwas bei Ihnen ankommt, wenn Sie sich in die Werke vertiefen.
Jetzt komme ich noch zu den Solo-Arbeiten von Elena Karakitsou.
Elena beschreibt das für sie Besondere an der Cyanotypie so: «Das Bild zeigt sich erst während des Waschprozesses, was bedeutet, dass das endgültige Ergebnis nicht vollständig vorhersehbar oder kontrollierbar ist. Genau das mag ich an diesem Prozess – dass er Raum für sogenannte „Fehler“ und Zufälle lässt und stark auf Intuition basiert. Die langsame Natur des Verfahrens erlaubt es mir, mich tiefer mit den Materialien auseinanderzusetzen, sodass sich sowohl die Bilder als auch die Ideen gegenseitig entwickeln und formen können.»
Diese Langsamkeit sollte man sich auch als Betrachter:in gönnen. Erst einmal ist es das Eintauchen in diesen blauen Raum und das Schweben darin.
Wir sehen sie als Dreiergruppen zwischen den grossen Landschaften. In ihrem Arbeitsprozess ist sie da ganz dicht bei der Natur und beim Licht und das auf eine schon fast alchemistisch geheimnisvolle Arbeitsweise. Vertiefen Sie sich in diese Licht-Schatten-Welt, die gleichzeitig -auch wieder- eine Wasserwelt ist. Manchmal tauchen wir fast in die Tiefsee, dann wieder sind es Lichtwirbel, die von oben kommend in die Tiefe dringen. Oder umgekehrt? Der Titel der Werke macht es uns da nicht leichter.
Und schliesslich können wir rechts vielleicht Spuren von fliessendem Wasser im Sand entdecken, so wie manchmal am Strand, aber hier in einem nichtmateriellen Raum zwischen Licht und Dunkelheit. Es kann auch den Blick in Mikrostrukturen suggerieren oder durch die Waagerechte im oberen Teil etwas Landschaftliches. Letzten Endes aber sind es Spuren eines mit viel Fingerspitzengefühl der Künstlerin gesteuerten spielerischen Prozesses zwischen Eisensalzen, Wasser, Licht und Schatten.
Damit möchte ich zum Schluss noch auf die Einladungskarte hinweisen. Die Abbildung darauf ist eine digitale Collage aus Arbeiten von beiden Kunstschaffenden. Zwei Leben, die sich miteinander verweben, Solo-Werkgruppen als Teile dieser Leben, gemeinsame Arbeiten und die Kombination von einzeln entstandenen Werken sind in dieser Ausstellung zusammengeführt.
Und nun sollten Sie vom Zuhören zum Hinsehen übergehen und die Ausstellung Ihren Augen übergeben. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und Anregung dabei.
Download Rede: Ansprache Vernissage Römer und Karakitsou.Hendrik_Barth

Max Frisch Kunstbad, Zürich, 2026. Torsten Derk Römer und Elena Karakitsou „Das eine mit dem anderen wird flüssig“